Böhse Onkelz – Live in Vienna

41WUC2oEHVLGeschrieben am 13. Dezember 2016:

Heute vor 25 Jahren war der 13. Dezember ein Freitag und die Onkelz spielten in Wien ihr 32. Konzert.
Das besondere daran: Die Onkelz nahmen an diesem Abend ihr erste offizielle Live-Album auf (es erschien im März 1992). Vor 1500-2000 Zuschauern spielten sie 30 Lieder und wählten davon 18 für „Live in Vienna“ aus (17 auf VHS/DVD).
Für mich war im Sommer’94 dieses Album der Eintritt in den Kosmos der Onkelz. Zuerst habe ich mich auf einer Party geweigert, diese Musik zu hören, weil diese Band damals doch einen bestimmten Ruf hatte – habe mich aber glücklicherweise doch darauf eingelassen. Was für eine geile Alternative zu den anderen beiden Deutsch-Rock-Bands (DÄ & DTH).
Sound- und Produktionstechnisch sind die Onkelz auf den späteren Live-Alben in einer anderen Liga und auch spielerisch sind die „fantastischen Vier aus Frankfurt“ später erwachsener und besser – aber „Live in Vienna“ ist dennoch ein Highlight. Eher rockiger als Metallisch – aber mit seinem eigenen „dreckigen“ Charme. Ein fantastisches Live-Monument der 90er, welches als Best of-Album der Onkelz seinen eigenen Stellenwert in der Diskographie dieser umstrittenen Band hat.
Jeder Song ist ein Treffer auf diesem Album – es würde nichts bringen, wenn ich einzelne Songs hervorheben würde.
Nach dem mehrmaligen Hören dieses Albums auf der besagten Party steckte ich aber in einem Dilemma:
Was für geniale Mucke..mit solch überragenden Texten- und dennoch: was ist mit dem Ruf der Band? Ich musste und wollte mich informieren…aber wie konnte man damals ohne Internet etwas über eine Band herausfinden, über die die Presse nicht fair berichtet?
An dieser Stelle empfehle ich das Buch „Skinheads“ von Klaus Farin (ISBN-13: 978-3406669057). Ein Buch welches das stümperhafte Verbotsverfahren der ersten beiden Onkelz-Alben anschaulich darstellt.
Wer jetzt denkt, dass die Darstellung vielleicht subjektiv gefärbt ist, sollte sich darüber informieren, wer Klaus Farin ist.
Ergo: Dieses tolle Live-Deutsch-Rock-Album ist sehr hörenswert und gibt einen schönen Einblick in die Diskographie der Onkelz vor dem 92er Gold-Album „Heilige Lieder“.
Wie heißt es so schön im Intro: „…also macht hier noch mal Stimmung! Hier sind…die Böhsen Onkelz!!!“
Anhören!

 

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Halloween – der Soundtrack zum Gruseln

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Am 31. Oktober 2015 schrieb ich darüber, dass Halloween ein „Feiertag“ sei, dessen musikalische Untermalung in meiner Familie für wenig Begeisterung sorgte.

Seinerzeit habe ich folgendes gefragt:

Ich suche noch nach weiteren geeigneten Songs für den heutigen Tag. Neben „Halloween“ von Helloween setze ich auch „Welcome to my nightmare“ von Alice Cooper, „Fear of the dark“ von Iron Maiden, „Nightcrawler“ von Judas Priest, „Koma“ von den Böhsen Onkelz und „Creatures of the night“ von Kiss auf diese Liste.

Was passt Eurer Meinung nach zu diesem Tag (auch wenn H.F. mit „A-los“ horrormäßig rüber kommt – sowas ist nicht gemeint)?

Später fügte ich noch ein paar „Horror-Lieder dazu:

„Mr. Crowley“ von Ozzy Osbourne, „Dream Warriors“ von Dokken (auch nur, weil das vom Nightmare 3-Soundtrack ist)….“Tommyknockers“ von Blind Guardian.

Daraus bastelte ich dann eine Halloween-Playlist, die ich nun mit einigen Liedern ergänzt habe. Hier ein CD-Sampler:

Böhse Onkelz – Hier sind die Onkelz

hiersinddieonkelz
Am 25. September 2015 geschrieben:

Als dieses Album heute vor 20 Jahren das Licht der Welt erblickte, war diese noch eine andere… Es gab kein Social Media… Weggefährten, die diese verrufene Band mochten, kannte man persönlich und man konnte sie an einer Hand abzählen. Bekannte man öffentlich, dass man die Onkelz mochte, wurde man gleich in eine politische gedrängt. Als ich damals diese CD kaufen wollte, ging ich zu Brinkmann – als das Chartsfach, Platz 6 leer war und ich fragte, ob die neue Onkelz-CD ausverkauft sei – bekam ich als Antwort: ¨Sowas verkaufen wir hier nicht.¨- seinerzeit war es sehr schwierig die Releases der Onkelz zu kaufen.

Diese Geschichte vorausgeschickt kann man vielleicht ansatzweise nachvollziehen, woher die Bindung der Fans zu der Band kommt. Warum die Selbstbeweihräucherungssongs der Onkelz von den Fans in voller Inbrunst mitgesungen werden.

Dieses phantastische Album beginnt mit dem auf dem Bass gespielten ¨Paranoid¨-Riff und dem unglaublichen Mitgröler, dem Titeltrack. Auf Konzerten ist dann auch das anschließende als Single veröffentlichte ¨Finde die Wahrheit“, ein Moment, in dem die Fans mitsingen. Wunderbar! Das anschließende ¨Danke für Nichts“ ist ein tolles Statement, welches dann auch auf mein erstes Onkelz-Shirt Einzug gehalten hat. Mit ¨Ich¨ folgt dann aber einer meiner Lieblingsrocker vom Album, und stellt für mich – genauso wie ¨Wer nichts wagt, …¨, ¨Ich mache, was ich will¨ sowie ¨Das Problem bist du¨, die heimlichen Rock-Highlights des Albums. ¨Lasst es uns tun¨ fällt für mich nur leicht ab – aber ¨Du kannst alles haben¨ ist DAS Liebeslied….hähä…Auch, wenn es an die ruhigen Songs geht, handelt es sich um super geniale Lieder…das erstaunlich ehrliche ¨H¨- in der Öffentlichkeit hat seinerzeit keiner geahnt, wie nah der Text von Stephan an der Wahrheit bzgl. Kevins Sucht war. ¨Nichts ist für immer da¨- ein typischer `macht-dir-nichts-draus-es-wird-schon-wieder`-Aufbau-Song – und natürlich das schonungslos ehrliche und herzzerreißende ¨Viel zu Jung¨- immer noch eins der besten Alben der Onkelz.

Vor zwanzig Jahren löste diese Scheibe in meinem himmelblauen stinkenden Opel Kadett D Joker die ¨ Imaginations…¨-Scheibe von Blind Guardian in Dauerrotation ab. Im seinerzeit noch warmen September ging ich meinen Mitschülern auf dem Schülerparkplatz in meiner rostigen Karre mit lauter Musik ganz gehörig auf die Nerven. Und nu…etwas älter, werde ich mir dieses Wunderalbum noch einige Male (wohl etwas ruhiger..) zur Gemüte führen.

Hier eine Auswahl von Songs:

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Böhse Onkelz- Wir ham‘ noch lange nicht genug

whnlng

Geschrieben am 26. August 2016:

Jeder, der die Onkelz mag, wird sicherlich entweder die Geschichte erzählen können, wie er sie kennen gelernt hat, warum sie ihn positiv im Leben begleitet haben oder wie man mit Vorurteilen umgegangen ist (wenn man sie bereits Ende der Achtziger – oder wie ich, Mitte der Neunziger gehört hat); im Idealfall sogar alle drei Geschichten. An dieser Stelle möchte ich nicht langweilen und erzähle als Einstieg zu diesem Album, welches heute vor 25 Jahren erschien, eine kurze Anekdote zu einem Lied auf diesem Album: „Wieder mal `nen Tag verschenkt“ war meine Hymne, welches ich monatelang im Auto mindestens einmal täglich auf dem Weg zur Schule gehört habe.

Nun aber zu diesem Album. Die Böhsen Onkelz haben sich mit diesem Album musikalisch und textlich einen Quantensprung vorwärts bewegt. Nicht jedes Lied ist gut – aber die Lieder, die gut sind, sind für die Ewigkeit.

Da fängt dieses Album mit einem einfachen aber dafür umso geileren Riff an, um in typischer Onkelz-Manier mit dem Titelsong das neue Album einzuläuten. „Eine dieser Nächte“ folgt – der Song zählt zu meinen Favoriten – genau, wie der Song danach „Das ist mein Leben“ – erstmals hört man hier durch Selbstreflexion hervorgebrachte kritische Töne über das eigene Sein. Anschließend setzen die vier mit „Nur die besten sterben Jung“ den seinerzeit ermordeten Kumpel der Band, Trimmi ein erstes Denkmal! Schade ist es, dass die deutsche Presse (ich glaube es war die „Tempo“) damals dieses Lied unter der Rubrik Landserromantik abgelegt hat – eigentlich schon ein typischer Hinweis, wie gewissenhaft Journalisten in den Neunzigern mit Recherchen umgegangen sind, wenn es sich um die Hintergründe von Textinhalten bei den Onkelz gedreht hat.

Nach dem meiner Meinung nach schwachen „Ganz egal“ folgt ein Gassenhauer, der Mitte der Neunziger sogar auf Bremen 4 lief „Zieh mit den Wölfen“ (allerdings in der Rock-Sparten-Sendung) – Hammer! Das folgende „Zeig mir den Weg“ ist bereits eine coole Abrechnung mit Journalisten in den Neunzigern, die sich als Moralapostel aufbauen wollten. Das vorpubertäre „Das erste Blut“ stört dann ein bisschen, dann folgt aber die Über-Depri-Ballade – das bereits angesprochene „Wieder mal `nen Tag verschenkt“!!!

Mit dem Supersong „Ach, Sie suchen streit“ und dem besten Instrumental der Onkelz, dem „3’52“ findet das Album meiner Meinung nach seine letzten Höhepunkte, bevor es mit den letzten drei Songs wieder etwas schwächer wird.

Dennoch: Dieses Album müsste in jeder persönlichen Onkelz-Rangliste mindestens in den Top 5 landen.

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