Scorpions – Blackout

blackout

Geschrieben am 01. April 2017 – ein paar Tage nach dem Jubiläum, welches eigentlich am 29. März war. Die Angaben, die im Originalbeitrag von 2017 auf einen falschen Tag hinweisen habe ich mal kursiv markiert:

Altherren-Rock, sagte ein Arbeitskollege von mir über die Scorpions – das konnte ich doch nicht auf mir sitzen lassen und brachte ihm das geniale „Blackout“-Album mit – welches am letzten Mittwoch vor 35 Jahren das Licht der Welt erblickte.

Mit einem furiosen Riff startete das Album mit dem Titelsong, der ein Rock-Song par excellence ist. Auch live immer noch ein Knaller. Die folgenden Songs, „Can’t live without you“ und „No one like you“ gehören wohl auch zu den Live-Favoriten – gerade „No one like you“ war in den USA ein Chart-Hit! Während in Deutschland irgendwie nur Balladen den Weg in die Masse schaffen, konnten es in den Achtzigern in den USA auch Rock-Songs schaffen. „You give me all I need“ fängt mit einem schönen Akustik-Intro an, um dann mit einem tollen Lead in den Song zu gehen eine sehr schöne Halbballade – fährt den Gang ein wenig runter, bevor anschließend mit „Now!“ pure Ungeduld durch die Boxen knallen – gerade dieser Song ist ein gutes Beispiel, wie sehr Klaus Meine seine Stimme für dieses Album strapazierte. Während der Albumaufnahmen musste er sich ärztlich untersuchen lassen – der einzige ärztliche Rat zielte auf ein Karriereende hin – Klaus weigerte sich und sucht nach Alternativen. Zum Glück!

Mit „Dynamite“ begann auf der LP die zweite Seite. Ein Song, der die Bezeichnung „Rock-Song“ verdient hat. Es gab seinerzeit in dem Tempo kaum etwas Härteres auf dem Markt. Und das Altherren-Rock zu nennen? „Dynamite“ erschien zwei Jahre vor dem „Kill Em All“-Album und demonstrierte E-Gitarren-Dynamik in höchster Qualität. Das anschließende „Arizona“ war ein relativ poppiger Rock-Song – gut hörbar. Die versteckte Perle „China White“ folgte sogleich. Fingen die Scorpions auf den ersten beiden Alben („Lonesome crow“ und „Fly to the rainbow“) noch etwas psychedelischer an, haben sie auf dem achten Album – 10 Jahre nach Veröffentlichung des Debüts mit „China White“ psychedlische Rock-Musik in die Achtziger gebracht. Die knappen sieben Minuten walzen behäbig durch die Gehörgänge und hinterlassen Spuren. Die abschließende Ballade „When the smoke is going down“ ist eine Ballade, die sich auch Metaller anhören können. Genial!

Das Cover von Jakob Helnwein wurde knappe 15 Jahre Später noch einmal aufgegriffen. Während der Fotograf Rudolf Schenker als Modell für ein Gemälde nahm, fotografierte er die Rammstein-Mitglieder für das Sehnsucht-Album nur. Das Cover des zweiten Rammstein-Albums sollte eine Reminiszenz an „Blackout“ sein.

Achja: Mein Arbeitskollege ist immer noch der Meinung, bei den Scorpions handelt es sich um Altherren-Rock. Ich glaube eher, dass er sich die CD nie angehört hat. Denn das für die Ohren produzierte Testosteron-Dopanin-Gemisch aus „Blackout“, „Now!“ und „Dynamite“ kann man doch nicht überhören…..

Ihr könnt es jetzt aber mal über Spotify testen:
https://open.spotify.com/album/54x2IFnrA73IYVLNxbfEwF

 In der renommierten Top100-Best Metal Albums Ever-Rangliste des Rolling Stones-Magazin landete das Lied auf Platz 73.
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Scorpions – World Wide Live

FB_IMG_1497966343288Schrieb ich bereits am 20. Juni 2016:

Mit einem brummen startet diese CD. Der Countdown zu meiner ersten Scheibe. Mit 11 Jahren erstand ich diese Scheibe als Doppel-LP und war glücklich. Lange vor „Wind of Change“ demonstrierten die Scorpions mit dieser Scheibe, was für eine Rock-Macht sie doch sind (je nach Standpunkt: „waren“).

Der Countdown verebbte und der Knaller „Coming Home“ demonstrierte, für was die Scorpions seinerzeit standen – harten Rock. Mit solchen und den weiteren Liedern hatten die Scorpions zu dem Zeitpunkt schon 20 Jahre Rock-Erfahrung auf dem Buckel. Wenn man sich dann noch solche Lieder, wie das schleppende coole „The Zoo“, die speedigen „Blackout“ und „Can‘t get Enough“ oder auch das wahnsinnig-geile „Dynamite“ anhört, kann man vielleicht erahnen, für was für eine Sorte Rock die Scorpions Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger standen. Weder „Kiss“ noch „Led Zeppelin“ oder „AC/DC“ – die alle gut sind und ihre Daseinsberechtigung haben, konnten, was Härte angeht seinerzeit den Scorpions auch nur ansatzweise das Wasser reichen.

Das Live-Vermächtnis „World Wide Live“ erschien heute vor 30 Jahren und bietet ein „Best of“-Programm der vorherigen vier Alben „Love at first Sting“, „Animal Magnetism“, „Blackout“ und „Lovedrive“ an. Man höre und staune, welche Hitdichte diese vier Alben (die allesamt nach dem Live-Album „Tokyo Tapes“ erschienen) geboten hat.

Für mich war dieses Album einer der beiden Einstiegsdrogen (als Viertklässler) in die Welt des Rocks aus dem später noch der Metal wurde. Meine Eltern haben mich (glaub ich) verflucht, dass ich nicht mehr Hörspiel-Kassetten hören wollte, aber unbedingt einen Plattenspieler haben wollte. Das Album ist einer der Referenzwerke von Live-Rockalben. Ich besitze die CD mittlerweile seit 25 Jahren und erst vor wenigen Wochen habe ich erfahren, dass es eine längere Version der CD gibt. Ich höre es auch dreißig Jahre später noch (trotz „Wind of Change“)!

Zum Anhören:

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